7. Efferd 1040 nach Bosparans Fall, früher Morgen

Am 7. Efferd, genau 6 Wochen nachdem sich die Gruppe aufgeteilt hatte, kreuzten sich ihre Wege wie vereinbart in der altbekannten Gaststätte im Herzen Nordhags. Tronde war ausgezogen, Schmieden im Umland zu besuchen und Ingerimms Werk zu verrichten. Er hatte auf seiner Reise auch seine Rüstung, die im Kampf gegen den Drachen beschädigt worden war, wieder hergerichtet. Er traf bereits am frühen Morgen in der Schänke ein, wo Eirik, Grimbald und Quaz’Ra noch ihr Frühstück genossen und auf ihre Gefährten warteten.
Die Drei hatten Nordhag seit dem letzten Treffen nicht verlassen. Sie wohnten in der Gaststätte, wo die Stadtverwaltung ihnen Kost und Logie bot, als Dank für die Rettung der Grafschaft vor Düsterschuppe.
Gwynwen hatte die ersten Wochen ebenfalls in Nordhag verbracht. Quaz’Ra hatte sie bekniet ihn im Wirken des “Balsam Salabunde” zu unterrichten, was sie auch geduldig tat. Als ein fahrender Händler ihr allerdings von einer Sippe Waldelfen berichtete, die sich nur einige Dutzend Meilen südlich der Stadt niedergelassen haben sollten, war sie aufgebrochen. Sie hatte die Sippe tatsächlich angetroffen und durfte als Gast in ihren Reihen leben. Gwynwen traf kurz nach Tronde im Gasthof ein und wusste von neuen Erfahrungen zu Berichten, die sie im Kreise der Sippe erleben durfte.

Eirik war in den vergangenen Wochen seiner Neugier um den Glauben des Boron gefolgt. Bei einem Händler hatte er eine Glaubensschrift erstanden. Quaz’Ra konnte ihm das lesen der Kusliker Zeichen beibringen, sodass er nun fast jeden Abend nutzte, in dem Werk zu lesen. Die Tage verbrachte er meist an der Seite von Quaz’Ra und begleitete ihn, als der Kristallomant vor den Toren der Stadt seine Zauber trainierte. Oder sie schlenderten gemeinsam durch die Stadt, in der sie mittlerweile sehr gut bekannt waren. Auch hatte er gefallen am “Meditieren” gefunden, wie Quaz’Ra es nannte. Wenn sie über Stunden ruhig, ohne ein Wort zu wechseln, auf einem Stein der Sonne oder auf ihrem Zimmer im Gasthaus ausharren.

Am Abend waren sie zumeist mit Grimbald zusammen, der das Gasthaus kaum verlassen hatte. Auch Rotag gesellte sich manchmal zu ihnen, wenn er nicht gerade an ihrem Karren werkelte oder mit wechselnden Bekanntschaften für einige Tage verschwunden war. Und so ergab es sich, dass Rotang auch am Tag ihres Treffens wohl Wichtigeres zu erledigen hatte und auch bis zum nächsten Morgen nicht eintreffen sollte. Grim traf an diesem Vormittag als letzter ein, er hatte die Gebirge im Westen am Nordkamm nach Schätzen abgesucht, hielt sich allerdings mit Berichten über seine Erlebnisse zurück.

Während sie so beisammen saßen und besprachen, welchem Abenteuer sie sich nun stellen sollten, betrat wie zufällig Frau Irmgard Hohenwald die Gaststube.
Mit einem Lächeln trat sie an den Tisch der Helden heran. Sie suchte eine tapfere Gruppe, die eine Kiste mit den Steuereinnahmen des südlichen Teils der Grafschaft Heldentrutz in den Amtssitz nach Reichsend bringen würde. Sie hoffte, die Gruppe für diese Aufgabe gewinnen zu können. Irmgard stellte ihnen eine Belohnung von 15 Dukaten für ihre Mühen in Aussicht. Sie würde ihnen in einigen Tagen folgen und freute sich bereits, die Gruppe in Reichsend wieder zu treffen. Die Helden entschlossen sich, Irmgard Hohenwald zu helfen, nachdem Tronde noch einen Bonus für “Interessenten” denen sie auf ihrem Weg begleiten könnten, ausgehandelt hatte.
Am Nachmittag tätigen sie noch einige Vorbereitungen für die Reise, die dank Rotangs Änderungen an ihrem Karren nur noch halb so lange dauern sollte wie zuvor.
Bereits früh am nächsten Morgen brachen sie nach einem ausgiebigen Frühstück auf. Für Rotang, der noch nicht wieder aufgetaucht war, hinterließen sie eine Nachricht bei der Wirtin und luden die versiegelte Kiste in der Garnison auf ihre Kutsche.
Die Reise nach Reichsend führte sie auf ihrer altbekannten Route nach Norden. In Düsterbruch erfuhren, dass Ludwig nach einigen Wochen genesen und nach Osten aufgebrochen war. Über sein Ziel wussten die Bewohner allerdings nichts zu berichten.

13. Efferd 1040 nach Bosparans Fall, Vormittag


Bereits nach sechs Tagen hatten sie die Tore von Reichsend erreicht. Mit dem Schreiben, das ihnen Irmgard Hohenwald ausgestellt hatte, erhielten sie sofort Einlass. Sie stellten ihre Kutsch an den Rand der Straße und warteten auf den Kämmerer der Stadt, der ihre Fracht entgegennehmen sollte. Der Himmel brach auf und die Sonne tauchte die Stadt in goldenes Licht. Die Stadtwachen boten ihnen eine schmackhafte Suppe an, die ihnen die Wartezeit verkürzte. Nach einer kurzen Zeit näherte sich ihnen ein mit eisenbeschlagener Wagen und ein Mann trat an sie heran, der sich als Verwalter der Münze vorstellte, aber seinen Namen nicht nennen wollte. Er übergab ihnen ein Schreiben, das die Übergabe der Fracht bestätigte und sie von der Verantwortung entbindete. Quaz’Ra verglich das Dokument mit dem Schreiben der Hohenwald und war von der Echtheit überzeugt. Nachdem die Kiste umgeladen und der schwere Karren der Münze von dannen gezogen war, lud der Kämmerer sie ein, den Stadtmarkt zu besuchen, der nur wenige Schritte die Straße hinauf abgehalten wurde.

Der lebhafte Markt war erfüllt mit den Rufen der Händler, die ihre Waren und Dienste anpreisen. Besonders ein festlich geschmückter Stand, der den “berühmten” Reichssender Schnaps anbot, hatte das Interesse der Gruppe geweckt. Mit einem einnehmenden Lächeln bot die junge, schön anzuschauende Händlerin eine Kostprobe des starken Getränks an. Gerade als Eirik sein Visier geöffnet hatte, um den kleinen Tonbecher zum Mund zu führen, schrie nur unweit von ihnen ein Mann auf: "Haltet den Dieb!”. Eirik wandte seinen Kopf und sah, wie ein junger Mann sich gerade noch dem Griff eines Gardisten entziehen konnte und davon lief. Da rannte auch schon Quaz’Ra an ihm vorbei, um den Dieb zu stellen. Mit einem Seufzen stellte er den noch vollen Becher ab, schloss das Visier und folgte dem Achaz.

Tronde schaute den beiden nach, wie sie sich unbeholfen den Weg durch die Menschenmenge bahnen, bis er sich dem Schnaps widmete und Eiriks Becher mit einem Zug leerte.

Quaz’Ra und Eirik taten sich schwer dem Dieb zu folgen, der sich behände seinen Weg durch die Straßen bahnte. Zu ihrem Glück strauchelte er über eine kleine Kiste, die mit Äpfeln gefüllt vor einem Marktstand aufgebaut war. Sichtlich in Panik, dass seine Verfolger ihn nun bald eingeholt hatten, stürzte er in eine kleine Gasse, wo ihm ein Zaun den Weg versperrte. Als er sich umdrehte, blockierten ihm die Beiden den Weg. Quaz’Ra lüftete seine Kapuze und die Augen des Jungen wurden groß. Als Eirik nun wie Donnergrollen seine Stimme erhob, ließ der Dieb den Beutel fallen und erklomm den Zaun mit einem akrobatischen Manöver. Durch den Zaun hörten sie, wie der Dieb unsanft auf der anderen Seite aufschlug, sich aufrappelte und sich Schritte schnell von ihnen entfernte. Eirik und Quaz’Ra verzichteten ihm weiter zu folgen, hatten sie doch das Diebesgut gerettet und kehrten zu dem Bestohlenen zurück.

Überglücklich nahm der ältere Herr seine Geldkatze wieder an sich. Als Dank für ihre Ehrlichkeit lud er Eirik und Quaz’Ra zu einem Abendmahl im Örtlichen Gasthof ein. Sie erklärten, dass sie mit weiteren Gefährten reisten und deuteten auf den Rest der Gruppe, die in der Zwischenzeit den Reichssender Schnaps ausgiebig getestet hatten.

Der Herr lud auch sie ein und so folgte ihm die Gruppe in den inneren Kreis der Stadt.
Sie kehrten ins Gasthaus "Kaiserstolz und Orken Tod” ein. Das Gasthaus machte eine gehobenen Eindruck und empfing die Gruppe mit weich gepolsterten Sitzmöbel und säuberlich gepflegten Tischen. Ihr Gastgeber war wohl bekannt und sofort wurde der Tisch, an dem sie Platz genommen hatten, beladen mit einer Auswahl köstlicher Speisen und einigen Fässchen Bier. Der Herr stellte sich als Lorionsv vor. Er stammte von einer wohlhabenden Händler Sippe ab, die schon seit Generationen in und um Reichsend handelten. Sie plauderten über die Erlebnisse der letzten Monate und Lorions hörte gebannt zu. Nach einer Weile erhob er sich von seinem Platz und hielt eine Trost, in dem er ihnen für die Rettung seiner Geldkatze dankte. Seiner Familie hatte über die Jahrzehnte oft unter Dieben leiden müssen. So suchte er seit geraumer Zeit nach Familienerbstücken, die ihm sehr wichtig waren. Kürzlich hat er einen alten Brief seiner Ahnen wiederentdeckt, der ihm neue Hinweise auf die verschollenen Erbstücke geliefert hatte. Er glaubte, dass Schwarzpelze oder Schlimmeres die Stücke geraubt hatten und sie vielleicht immer noch bewachten. Er hoffte die erfahrenen Abenteurer, ihm bei der Suche nach wertvollen Erbstücken zu helfen, nicht umsonst selbstverständlich. Durch seine Nachforschungen glaubte er, dass die Erbstücke in den Ruinen einer Orkfeste in der Nähe von Reichsend zu finden seien.
Wo die Feste genau lag, wusste er allerdings nicht. Er bot dreißig Dukaten als Lohn, wenn sie ihm die Erbstücke, die er als einen blauen Schmuck-Dolch und Geschmeide beschrieb, zurückbringen würde. Grim war die ganze Zeit von den weichen Kissen fasziniert gewesen und hatte dem Gespräch nur beiläufig gelauscht. Doch nachdem er von Dukaten hörte, wurde er aufmerksam und reckte sich in die Höhe. Er fragte, ob jeder der Gefährten dreißig Dukaten bekommen würde. Der Händler bestätigte die Frage des Zwergs.
Sie versprach nach den Erbstücken zu suchen, hocherfreut verabschiedete sich der Händler von der Gruppe, nachdem er ihnen erklärt hatte, wo sie ihn finden könnten. Mittlerweile thronte Grim mit breitem Grinsen auf einem Stapel Kissen, die er in der Zwischenzeit von einigen Nachbartischen zusammengetragen hatte. Eirik fragte die Schankmaid über den Händler und die Orkfestung aus. Sie bestätigte das Ansehen des Händlers, über die Feste wusste sie allerdings nichts. Sie riet Eirik im Rathaus und im Travia-Tempel zu fragen, vielleicht gäbe es dort Aufzeichnungen aus der Zeit.

Sie folgten dem Rat, Gwynwen, Tronde und Quaz’Ra besuchten den Tempel und Eirik begab sich zum Rathaus. Die Zwerge zogen es vor, weiter in den anderen Gaststätten der Stadt umzuhören. Wobei Grim sich nur schwer von den Kissen trennen konnte und zumindest eins unter seinem Wams hinaus schmuggelte. Sie vereinbarten sich zum Anbruch der Nacht an ihrem Wagen zu treffen

Im Travia Tempel wurden die Drei zwar freundlich empfangen, jedoch konnte man ihnen dort nicht weiterhelfen. Sie folgten Eirik ins Rathaus, wo sie ihn über vier dicken Büchern gebeugt antrafen. Freudig präsentierte der Thorwaler einen kleinen Zettel, auf dem er die Namen der Händlerfamilie notiert haben wollte, doch waren seine Zeichen nicht zu entziffern. Er berichtet, das Buch vor ihm war das Stadtregister, in dem alle Bewohner, Geburten und Tode festgehalten wurden. Aus dem hatte er die Namen abgeschrieben. Das Zweite war ein Bildband, der in Zeichnungen die Entstehung und Geschichte der Stadt wiedergab. Die beiden restlichen Bücher waren in zwergischen Runen geschrieben, wie die Stadtmeisterin ihnen erklärte. Es war überliefert, dass diese Bücher Aufzeichnungen über Schlachten, die im Umland der Stadt vor langer Zeit geschlagen wurden, niedergeschrieben seien. Ein zwergischer Kriegsherr habe diese Chronik verfasst, leider hatte nie ein Zwerg die Bücher übersetzt, so konnte sie über den genauen Inhalt keine Auskunft geben.

Eirik trat an ein Fenster und sante Somnus, die Zwerge zu suchen, damit sie ihm zum Rathaus folgen würden. Kurze Zeit später fand der Rabe die beiden Zwerge, wie sie angetrunken durch die Straßen irrten. Grim erkannte den Raben, ignorierte die Rufe des Vogels jedoch und sie trotteten weiter auf der Suche nach dem Wagen. Für einen kurzen Augenblick sah Eirik die Zwerge vor sich, wie sie durch die Gassen taumelten. Er wusste, sie brauchten nicht auf die Zwerge zu warten. Da bat die Archivarin Eirik und die anderen, das Rathaus zu verlassen. Sie wären am nächsten Morgen sehr willkommen und wenn sie einen Zwerg brächten, der die Bücher übersetzen könnte, um so mehr. Doch jetzt war sie verpflichtet, das Rathaus zu schließen.

Unterdes standen die Zwerge nahe dem Fluss, der die Stadt teilte, als Grimbald plötzlich schwer zu atmete und ohnmächtig auf den Boden sackte. Grim rollte Grimbald auf den Rücken, legte ihm eines der erbeuteten Kissen unter den Kopf und setzte sich selbst auf ein anderes. Hell lachend erfreute er sich an der Vielseitigkeit der weichen Beute. Während Grimbald flach atmend neben ihm lag.

Die Dämmerung senkte sich bereits über die Stadt, als Gwynwen, Tronde, Eirik und Quaz’Ra das Rathaus verließen. Sie kehrten zum Wagen zurück, um sich dort mit den Zwergen zu treffen.

Als sie sich dem Fluss näherten, hörten sie eine wohl bekannte Stimme, die von hellem Gelächter unterbrochen über Kissen referierte. Bald erreichten sie die Zwerge und fragten Grim, was geschehen sei. Er versicherte ihnen, dass sie wüssten, wo der Wagen stünde und sie viel erfahren hätten, beziehungsweise nichts. Auf Nachfrage, was mit Grimbald ist, meinte Grim kurz, er habe sich übernommen. Quaz’Ra kniete sich neben den regungslosen Zwerg und stellte fest, dass er zumindest am Leben sei. Tronde beugte sich über den Grimbald und versuchte ihn mit einer sanften Backpfeife zu wecken. Nachdem der Zwerg nicht erwachte, trugen Quaz’Ra Tronde und Eirik den Zwerg zum Wagen, während Grim die Kissen zusammen raffte und ihnen folgte. In der bekannten Gaststätte angekommen, verfrachten sie Grimbald auf ein Zimmer.

Im Gastraum war ein geschäftiges Treiben. An allen Tischen saßen Männer und Frauen von jung bis alt, in der Luft lag der süße Duft von Karamell und vermischte sich mit Braten Dunst und dem herben Aroma von starkem Bier und Wein. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassene Wortfetzen drangen an den Tisch der Gruppe und eine kleine Kapelle spielte ein fröhliches Lied. Um mehr über die gesuchte Orkfestung zu erfahren, ging Quaz’Ra zu einem Tisch, an dem sich eine Gruppe älterer Herren lautstark unterhielt. Er lüftete seine Kapuze. Für einen Moment wurde es stiller in der Gaststätte und ein Raunen ging durch den Saal. Er stellte eine kleine Flasche Branntwein auf den Tisch, die er zuvor an der Bar besorgt hatte, um die Männer freundlich zu stimmen. Als er die Männer auf Informationen zur Orkfest ansprach, musterten sie ihn erschrocken. Mit zitternder Stimme gab ihm einer der Männer zu verstehen, dass sie mit so etwas wie ihm nichts zu tun haben wollten. Sie forderten ihn auf den Tisch zu verlassen.

Etwas niedergeschlagen kehrte er zu seiner Gruppe zurück, er konnte die argwöhnischen Blicke förmlich auf seinen Schuppen spüren. Grim rief ihm johlend zu, dass er den Schnapps mitbringen sollte, doch Quaz’Ra ignorierte ihn und setzte sich an den Tisch. Nach einigen Minuten war die Stimmung in der Gaststätte war wie zuvor und Grimbald betrat etwas orientierungslos den Gastraum. Er gesellte sich zur Gruppe und war verwundert, wie er in die Gaststätte kam, bis auf seine Atemnot konnte er sich an nichts erinnern. Sie erklärten ihm gerade, was vorgefallen war, als sich auch Eirik mit den üblichen Spöttischen Bemerkungen wieder zu ihnen gesellte.

Während sich Grimbald und Eirik neckten, rutschte Grim von seinem Kissenstapel herab und ging zum Tisch der Männer, die den Achaz fortgeschickt hatten. Auf seine Frage nach der Orkfeste verfielen die Männer in ein wirres Gespräch untereinander. Grim wurde aus dem gebrabbeln nicht schlau. Als er versuchte unbemerkt den Branntwein zu “retten”, unterbrachen die Männer ihr Gespräch. Einer nahm die Schnappsflasche an sich, riet dem Zwerg, er solle so etwas sein lassen, wenn er sich keine Feinde machen wollte. Eingeschnappt und mit den Händen in den Taschen watschelte Grim zurück und erklomm seinen Kissenturm. Eirik und Grimbald hatten das Gespräch der Alten aufmerksam verfolgt und glaubten, einen roten Faden in dem Gespräch entdeckt zu haben. Jetzt gingen sie zu den Alten an den Tisch. Mit gezielten Fragen konnten sie Klarheit bringen. Einer der Bauern berichtete über einen Steinbruch im Südwesten der Stadt, die Steine seien von minderer Qualität und man munkelt, dort seien böse Kräfte am Werk, weswegen niemand den Ort besuchte.

Zufrieden kehrten die Beiden an ihre Plätze zurück, sie hatten eine Spur, der sie morgen nachgehen könnten, wenn die zwergischen Bücher im Rathaus keine bessere Spur brachten. Sie bestellten noch eine süße Nachspeise, über die sich Gwynwen mit großer Hast her machte. Nach zwei weiteren Runden Bier gingen sie dann früh zu Bett.

Kaum fielen die ersten Sonnenstrahlen auf die Dächer der Stadt, hatten sie ihr Frühstück zu sich genommen und waren auf dem Weg ins Rathaus. Die Stadmeisterin Vinifred erwartete sie schon sehnsüchtig und war hocherfreut, die Zwerge willkommen zu heißen. Stolz präsentierte die Rätin die vermeintlichen Chroniken der Schlachten und Reichsend.

Die Zwerge blätterten durch die Seiten und verdrehten die Augen. Sie erklärten der Frau, dass diese Bücher nur die Aufschreibungen eines eifrigen zwergischen Architekten waren. Seite um Seite waren die Löhne der Steinmetze und die Qualität der Lieferungen für die Stadtmauer penibelst dokumentiert. Sie verabschiedeten sich von der enttäuscht wirkenden Frau und gingen zur Garnison, um der Irmgard Hohenwald eine Nachricht zu hinterlegen.

Die Gardisten waren sehr hilfsbereit, als sie erkannten, dass sie mit den Drachentötern und Rettern der Grafschaft sprachen. Sie hatten ebenfalls viele Geschichten über den alten Steinbruch gehört. Viele Bauernmärchen, die von Geistern und Monstern berichteten, die dort ihr Unwesen treiben sollten. Persönlich kannten sie niemanden, der den Ort besucht hatte, waren sich aber sicher, dass an den Schauermärchen nichts Wahres zu finden sei. Die Gruppe bedankte sich bei den Gardisten und verließ Reichsend mit Karren und Pferden auf dem Weg zum alten Steinbruch.